Zusätzliche Nährstoffe für die Schwangerschaft


Blog #2

Viele Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln werben um den Konsum der Schwangeren, Stillenden und Frauen mit Kinderwunsch.

Aber welche Nährstoffe musst du wirklich zusätzlich einnehmen? Hier eine Einschätzung von mir:

Heutzutage können Schwangere in den Industrieländern ihren Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen weitestgehend versorgen. Nichtsdestotrotz besteht in der Schwangerschaft und Stillzeit ein Mehrbedarf an bestimmten Mikronährstoffen, die mit der Nahrung nicht ausreichend aufgenommen werden können. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung besteht für Nicht-Vegetarierinnen ein echter Mehrbedarf an nur zwei Nährstoffen: Folsäure und Jod. Meiner Meinung nach sollten jedoch insgesamt 5 Nährstoffe in einer ausreichend hohen Dosierung zusätzlich eingenommen werden. 

Aber welche Nährstoffe sind das?

Folsäure

Jod

Eisen

Omega-3-Fettsäuren

Vitamin D


Warum finde ich diese 5 Nährstoffe so wichtig?

Folsäure

Folsäure ist ein „Allround“-Vitamin. Jede Zelle braucht es zum Wachsen sowie zur Produktion neuer Zellen. Außerdem wird es für die Blutbildung benötigt. Beim Baby senkt es das Risiko eines „offenen Rückens“, auf Schlau eines sogenannten Neuralrohrdefektes, sowie eines Herzfehlers oder einer Mund-Kiefer-Gaumen-Spalte. Wenn man ein Baby plant, sollte man Folsäure schon 6-8 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft einnehmen, damit die Folsäurekonzentration während des Wirbelsäulenverschlusses am 28. Tag nach der Befruchtung ausreichend hoch ist.

Folsäure ist hauptsächlich enthalten in grünem Gemüse und Obst. In der Schwangerschaft ist der Folsäurebedarf um 80% gesteigert. Die meisten Menschen – auch nicht Schwangere – sind unterversorgt, da unser heutiges Obst und Gemüse durch die kommerzialisierte Gewinnung und Lagerung leider weniger Folsäure enthält.

Jod

Jod wird für die regelrechte Schilddrüsenfunktion benötigt. Es ist an der Herstellung der Schilddrüsenhormone beteiligt. In der Schwangerschaft müssen diese Hormone vermehrt hergestellt werden und das Baby benötigt eine ausreichend hohe Konzentration der Schilddrüsenhormone für die Gehirnentwicklung. Jod ist in jodiertem Salz und Fisch enthalten. Auch wenn die generelle Unterversorgung in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen hat, kann es in der Schwangerschaft nicht ausreichend aufgenommen werden.

Eisen

Eisen wird für die Blutbildung von Mutter und Kind benötigt. Um den Mehrbedarf an Sauerstofftransport zum Baby gerecht zu werden, wird die Blutmenge der Schwangeren um 40% erhöht und die Bildung roter Blutkörperchen steigt an – und das fordert einen hohen Eisenbedarf. Aus diesem Grund kann die Einnahme von Eisen Müdigkeitserscheinungen entgegen wirken. Ist der Wert des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb-Wert) schon so niedrig, dass eine zusätzliche Eiseneinnahme dringend empfohlen ist, müssen höher dosierte Eisenpräparate zum Einsatz kommen. Die sind oft mit Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen oder Verstopfung verbunden, so dass meiner Meinung nach eine etwas niedrig dosiertere Einnahme ab Beginn der Schwangerschaft sinnvoll ist. Da der Körper Eisen aus Fleisch besser aufnehmen kann als aus pflanzlichen Lebensmitteln, müssen insbesondere Vegetarier ihre Eisenaufnahme im Auge halten.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren (Hauptverteter DHA= Docohaxaensäure) sind wichtig für die Entwicklung des Nervensystems und verschiedener komplexer Organsysteme und Organfunktionen wie Sehschärfe oder Koordination von Auge und Hand. Außerdem konnten Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Allergien beim Baby senkt. Omega-3-Fettsäuren sind in Fisch enthalten. Jedoch mehr in Seefisch als in Fisch aus Aquakulturen, denn die eigentliche Quelle sind Algen von denen sich die Fische ernähren. Um den täglichen Bedarf in der Schwangerschaft zu decken, müsste man 2 x wöchentlich etwa 700 Gramm Hering oder 1,5 Kilo Lachs essen. Wenn man das nicht möchte, sollte man die Nährstoffe in Form von Kapseln zuführen. Wer vegan lebt, kein fischiges Aufstoßen haben möchte oder die Meeresressourcen schonen mag, kann Präparate verwenden, die anstatt Fischölkonzentrat spezielle Mikroalgen enthalten.

Vitamin D

Vitamin D spielt eine wichtige Rolle im Calciumstoffwechsel und spielt somit eine wichtige Rolle beim Aufbau von Knochen und Zähnen. Außerdem unterstützt es das Immunsystem in seiner Funktion. Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Vitamin D das Frühgeburtsrisiko und die Kaiserschnittrate senkt sowie das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes oder einer Schwangerschaftsvergiftung positiv beeinflusst. Neue Studien aus der Reproduktionsmedizin zeigen außerdem eine Verbesserung der Befruchtungswahrscheinlichkeit bei Kinderwunschpatientinnen unter Einnahme von Vitamin D auf. Der Körper braucht zur Aufnahme von Vitamin D Sonnenlicht. In unserer geographisch nördlichen Lage kann Vitamin D nur zwischen April und September – sofern man regelmäßig in der Sonne ist (ich leider nicht ;)) – in ausreichender Menge gebildet werden. Aus diesem Grund halte ich eine zusätzliche Einnahme definitiv für angebracht. Übrigens: Die Verwendung von Sonnencremes schützt zwar die Haut super, kann jedoch die Aufnahme von Vitamin D ebenfalls einschränken.

Zusätzlich empfehle ich auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B, Zink und Selen zu achten.

Kinderwunschpatientinnen sollten auch die folgenden Nährstoffe berücksichtigen: Vitamin C, Vitamin D, Folsäure, Vitamin B6, Vitamin E, Selen und Eisen. Diesen Nährstoffen konnte in Studien eine fertilitätsverbessernde Eigenschaft zugesprochen werden.

Veganerinnen sollten definitiv alle Nährstoffe substituieren und zusätzlich Protein und Calcium einnehmen.

Wie viel Gramm braucht man nun von welchem Nährstoff?

Zusätzlich zur ausgewogenen Ernährung täglich empfohlene Dosis in der Schwangerschaft:

Folsäure

400

µg

Jod

150

µg

Eisen

30

mg

Omega-3-Fettsäuren

200

mg

Vitamin D

20

µg

Wenn ihr also schwanger seid und Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtet oder müsst, kann es praktischer sein, anstatt mehrerer einzelner Produkte ein Kombinationspräparat einzunehmen. Auf dem Markt existieren viele bekannte als auch weniger bekannte Hersteller, die allesamt eine tolle Auswahl an Produkten liefern. Ein Produkt- und Preisvergleich werde ich euch hoffentlich bald präsentieren können. Solltet ihr euch für verschiedene Einzelpräparate entscheiden, achtet auf eine ausreichend hohe Dosierung der einzelnen Nährstoffe.

Ich hoffe, dieser Artikel zum Thema Zusätzliche Nährstoffe und Nährstoffsubstitution während der Schwangerschaft hat dir einige offene Fragen beantwortet. Hinterlass doch einen Kommentar zu deinen persönlichen Erfahrungen oder deinen Anmerkungen zu diesem Beitrag.

Wenn du auf der Suche nach weiteren Tipps und Erklärungen zum Thema Schwangerschaft bist, schau doch mal auf meinen anderen Kanälen vorbei 🙂

Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg beim Anpassen deiner Ernährung!

Deine Ela.